ENERGIEAUSWEIS Wohngebäude

 

Was ist ein Energieausweis?

Vergleichen Sie einen Energieausweis mit dem Typenschein eines Autos.

Der Energieausweis zeigt – vereinfacht gesagt – den Energiebedarf eines Gebäudes.

Wer benötigt einen Energieausweis?

Der Energieausweis ist

  • vorzulegen bei baubehördlichen Genehmigungsverfahren
  • ein Kriterium für das Ansuchen um Wohnbauförderung oder Sanierungsförderung
  • vorzulegen bei Verkauf, Vermietung oder Verpachtung gemäß Energieausweisvorlagegesetz 2006 (EAVG)

Der Energieausweis ist nicht nötig für

  • Gebäude, die nur frostfrei (+5° C) gehalten werden.
  • Provisorische Gebäude mit einer Nutzungsdauer unter 2 Jahren.
  • Wohngebäude, die nach ihrer Art nur für die Benutzung während eines begrenzten Zeitraums je
    Kalenderjahr bestimmt sind und deren voraussichtlicher Energiebedarf wegen dieser eingeschränkten
    Nutzungszeit unter einem Viertel des Energiebedarfs bei ganzjähriger Benutzung
    liegt. Dies gilt jedenfalls als erfüllt für Wohngebäude, die zwischen 1. November und 31. März
    an nicht mehr als 31 Tagen genutzt werden.
  • Gebäude für Industrieanlagen und Werkstätten sowie landwirtschaftliche Nutzgebäude, bei denen
    jeweils der überwiegende Anteil der Energie für die Raumheizung und Raumkühlung durch
    Abwärme abgedeckt wird, die unmittelbar im Gebäude entsteht.
  • Gebäude, die für Gottesdienst und religiöse Zwecke genutzt werden.
  • Frei stehende Gebäude und Gebäudeteile mit einer konditionierten Netto-Grundfläche von weniger als 50 m2.
  • Konditionierte Gebäude, die keiner Gebäudekategorie gemäß OIB-Richtlinie zugeordnet werden können.

Details sind in den Bauordnungen der jeweiligen Bundesländer geregelt.

Welche Informationen finde ich in einem Energieausweis?

Die OIB-Richtlinie 6 (2015) ist in den Bauordnungen der Bundesländer verankert und bildet die Grundlage für die einheitliche Berechnung von Energieausweisen. In der OIB-Richtlinie 6 (2015) ist folgendes festgelegt:

Ein Energieausweis ist eine Heizwärmebedarfsberechnung und gibt Auskunft über

  • die benötigte Energie zur Beheizung des Gebäudes,
  • den nötigen Energiebedarf 
    • zum Betrieb des Wärmeerzeugers,
    • der Heizwärmeverteilung,
    • zum Betrieb des Warmwassererzeugers und 
    • der Warmwasserspeicherung und -verteilung.
  • Empfehlung für Maßnahmen (ausgenommen Neubau) zur Verbesserung der thermischen Gebäudehülle und/oder Verminderung der Verluste der haustechnischen Anlagen.

Der Energieausweis gibt keine Auskunft über die benötigte Energiemenge des Warmwasserbedarfs, der von Personenzahl und Nutzerverhalten abhängt.

Energieausweise ersetzen nicht die Berechnung der Taupunktunterschreitung innerhalb eines Bauteils (gemäß ÖNORM B 8110-2).

Energieausweise ersetzen nicht den Nachweis der Sommertauglichkeit des Gebäudes nach ÖNORM B 8110-3.

Der Energieausweis ist auch kein Ersatz für die Gebäude-Normheizlastberechnung gemäß ÖNORM H 7500 bzw. EN ISO 12831.

Energieeffizienzklassen der Gebäude